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Gymnasium Wendelstein

In der Gibitzen 29 • 90530 Wendelstein • 09171 81 88 00

Ein Spatenstich für mehr Nachhaltigkeit

am Gymnasium Wendelstein

Es war ein nicht ganz gewöhnlicher Anblick am Mittwochvormittag am Gymnasium Wendelstein, der Herrn Landrat Eckstein bei seinem Besuch an der Schule erwartete: Ein gutes Dutzend Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen gruben unter Anleitung der Gärtner des Landratsamts fleißig Löcher im Schulgelände, um Bäume und Sträucher zu pflanzen – fast ausschließlich solche, die essbare Früchte tragen werden: Cornelkirschen zum Beispiel, oder Äpfel, Felsenbirnen, Quitten, Schlehen und Haselnüsse.

Angeregt worden war diese Baumpflanzaktion durch ein Schreiben des Rother Landrats, Herbert Eckstein, im April diesen Jahres: Er lobte finanzielle Unterstützung für jede Landkreis-SMV (= Schüler Mit Verantwortung) aus, die ihm ein konkretes Konzept für ein langfristig angelegtes Projekt zur Förderung von Nachhaltigkeit an der Schule vorlegte. Der Weg von dort bis zum Spatenstich diese Woche war dann durchaus von einigen Überraschungen gesäumt:

Noch im Lockdown begann der AK Umwelt der Wendelsteiner SMV, geleitet von Tim Neuhaus und Hannah Kelsch, Ideen zu sammeln, was man an der Schule alles im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten oder verbessern könnte. Die schon lange im Raum stehende Idee eines Projekttages zum Thema wurde vom Lehrer-AK übernommen und mit zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen in der Woche der Nachhaltigkeit umgesetzt, die SchülerInnen entschieden sich dafür, den vor allem im Sommer sehr heißen und wenig gemütlichen Schulhof nachhaltig umzugestalten: Schatten spendende Bäume wären toll, essbare Früchte, die man in den Pausen naschen konnte, mehr Sitzgelegenheiten, auch für Unterricht im Freien … bis die Planung konkret war, mussten sie feststellen, dass plötzlich ganz viele junge Bäume gepflanzt worden waren – von Gärtnern des Landratsamts! Nach erster Enttäuschung und ein paar Gesprächen lernten wir a) dass die Gärtner ganz ähnliche Ziele verfolgten und b), dass die ursprünglich aus Kostengründen verworfene Idee eines grünen Klassenzimmers, also eines analogen Lehrraumes im Grünen, nach Absprache mit ihnen gar nicht mehr so unrealistisch erschien. Und das große Schulgelände bot immer noch reichlich Platz für die ausgewählten Gehölze.

So motivierte die Initiative des Landrats nicht nur die Schüler*innen, sondern bringt auch die zahlreichen Akteure einer Schulgeländegestaltung mal wieder an einen runden Tisch.

Ach ja, die essbare Ernte soll nicht nur allen Schülerinnen und Schülern in der Pause zum Schnabulieren zur Verfügung stehen, sondern auch zu Marmelade, Chutney oder Mus verarbeitet den Weg in den Verkauf finden – idealerweise, so Maya aus dem AK Umweltschule, an einem wöchentlichen Verkaufsstand in einer Pause zusammen mit Schulmaterialien aus Recyclingpapier – ein zweites Projekt, das gerade im Entstehen ist.

Birgit Fuchs