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Gymnasium Wendelstein

In der Gibitzen 29 • 90530 Wendelstein • 09171 81 88 00

Besuch des Jugendoffiziers

am Gymnasium Wendelstein

Am 21. April 2026 besuchte der für Mittelfranken zuständige Jugendoffizier der Bundeswehr, Hauptmann Philipp Glaser, das Gymnasium Wendelstein, um den Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe einen fundierten Einblick in aktuelle außen- und sicherheitspolitische Themenfelder zu bieten. Der Fokus lag dabei auf den Herausforderungen, die die aufsteigende Supermacht China als Partner und systemischer Rivale für Deutschland mit sich bringt.

Passend zu den Inhalten des Lehrplans im Fach Politik und Gesellschaft demonstrierte Herr Glaser anhand zahlreicher aktueller Beispiele u. a. aus den Bereichen Außen-, Wirtschafts-, Sicherheits- und Sozialpolitik, welche Ziele China im eigenen Land und auf internationaler Ebene verfolgt. Es ging dabei zum Beispiel um den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas, das zum einen eine pragmatische Doppelstrategie in der Energiepolitik – bestehend aus einem massiven Ausbau von sowohl fossilen wie erneuerbaren Energien – verfolgt, aber auch um das geopolitische Projekt der „Neuen Seidenstraße“. Anhand der von der politischen Führung erstellten Fünf-Jahrespläne konnte Herr Glaser deutlich machen, dass es das Ziel der politischen Führung Chinas ist, das Land bis 1949 sowohl wirtschaftlich als auch militärisch als globalen Hegemon zu etablieren und damit den USA den Rang abzulaufen. Dazu gehört unter anderem auch die von China forcierte Politik einer Wiedereingliederung Taiwans in die Volksrepublik, das zum Erstaunen der meisten Lernenden von Deutschland nicht als eigenständiger Staat anerkannt ist. Dennoch verschwieg Herr Glaser auch nicht die Herausforderungen, vor denen China trotz seines rasanten Aufstiegs steht: Hierzu zählten unter anderem die stagnierende Bevölkerung, die innergesellschaftlichen Konflikte sowie das für chinesische Verhältnisse stark abflauende Wirtschaftswachstum (auf für deutsche Verhältnisse illusionäre ungefähr fünf Prozent). Zudem steht China beispielsweise in Hinblick auf seine militärische Stärke noch weit hinter den USA zurück.

Die rege Beteiligung während des Vortrags sowie das sehr positive Feedback der Schülerinnen und Schüler zeigen die Relevanz einer sicherheitspolitischen sowie demokratietheoretischen Einordnung internationaler Konfliktfelder durch einen Experten im Angesicht der zahlreichen aktuellen Herausforderungen sowie der multiplen Erwartungen, die an die junge Generation gestellt werden.

M. Scholler für die Fachschaft Politik und Gesellschaft