



Virtuelle Welt im Unterricht
Klassenzimmer als räumliche Welt gemeinsam erproben
„VR im Unterricht – so etwas gibt es?“ – So lauteten die ersten Reaktionen auf die Ankündigung, dass unsere Klasse am Donnerstag, dem 25.6.2026, die Möglichkeit hat, an einer Machbarkeitsstudie zum Thema Virtual Reality (VR) im Unterricht teilzunehmen, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Unsere Deutschlehrerin Frau Teepe bewarb sich darauf und wir wurden ausgewählt.
Wir testeten mithilfe von zwei Trainern von „Splexit“, wie immersive Präsentationen den Unterricht bereichern. Immersion bedeutet, dass Menschen so stark in eine Erfahrung eintauchen, dass sie das Gefühl haben, wirklich Teil dieser Umgebung zu sein. In XR-Kontexten (VR/AR/MR) beschreibt Immersion den Grad, in dem die Technologie es schafft, die reale Welt auszublenden oder sinnvoll zu erweitern, sodass ein Gefühl von Präsenz entsteht. Und genau da setzt die Zielsetzung von XR im Unterricht an. Statt klassischer Folien stehen räumliche, interaktive Inhalte im Mittelpunkt, die alle Teilnehmenden synchron im selben Raum sehen und gemeinsam erkunden können – geführt durch die präsentierende Person.
Zunächst erhielten wir eine Einführung in die Handhabung von VR-Brillen, die von der Medienzentrale Roth bereitgestellt wurden. Wir bekamen ein Gefühl, wie sich Unterricht mit dieser Technik anfühlt. Dann ging es thematisch los. Die von Frau Teepe erstellte Deutschstunde sah folgendes vor: Anhand der monumentalen, aber nicht vollendeten Architektur der Nürnberger NS-Zeit thematisierten wir den Bereich Macht durch Architektur auf dem Reichsparteitagsgelände und erweiterten ihn hin zur Frage nach Macht durch Sprache und Propaganda. Nach der kurzen Wiederholung einer im Unterricht besprochenen Rede gingen wir weiter zu aktuellen Entwicklungen von Macht durch Sprache, z.B. Hassrede oder Kampfbegriffe in politischen Debatten. Besonders spannend in diesem Kontext war die virtuelle Führung durch das Dokumentationszentrum Nürnberg. Durch die VR-Brille hatte man das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Außerdem konnten wir sehen, wie das Reichsparteitagsgelände ursprünglich geplant war, und es mit dem vergleichen, was tatsächlich gebaut wurde. Denn wir standen mithilfe der VR-Brillen mittendrin. Das half, sich die Dimensionen und die Geschichte viel besser vorzustellen, als es mit Bildern allein möglich gewesen wäre.
Ein weiteres Highlight waren die lebensgroßen Wale. Obwohl sie nur virtuell waren, wirkte ihre Größe unglaublich realistisch. „Gerade im Biologieunterricht könnte ich mir den Einsatz von VR-Brillen gut vorstellen, weil man dadurch viel besser einschätzen kann, wie groß die Tiere wirklich sind. Fotos oder Videos können das meiner Meinung nach nicht so gut vermitteln“, ist sich Sarah Berger aus der 10a sicher.
Insgesamt war die Teilnahme an der Studie eine großartige Erfahrung. Es war spannend, eine neue Art des Lernens auszuprobieren und zu sehen, welche Möglichkeiten Virtual Reality im Unterricht bietet. Wenn die Technik in Zukunft einfacher im Schulalltag eingesetzt werden kann, ergänzt sie den Unterricht in vielen Fächern sicherlich sinnvoll.
Leonie Winter und Maria Teepe
